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10. Juli 2026

Defizit beim Wohnungsbau höher aus angenommen

Bauen | Umbauen | Sanieren

Der deutsche Wohnungsneubau verharrt auch im Jahr 2026 auf einem
historisch niedrigen Niveau. Zwar steigen die Baugenehmigungen, was
ein positives Signal ist, insgesamt entstehen in Deutschland jedoch
weiterhin deutlich zu wenig neue Wohnungen.

Im April 2026 wurde in Deutschland der Bau von 20.200 Wohnungen genehmigt.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 9,2 Prozent
beziehungsweise 1.700 Baugenehmigungen mehr als im April 2025. Die
Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau stieg dabei um 10,3 Prozent
beziehungsweise 1.600 auf 16.900. Die Zahl der Wohnungen, die durch den
Umbau bestehender Gebäude entstehen sollen, erhöhte sich im Vergleich
zum Vorjahresmonat um vier Prozent beziehungsweise 100 auf 3.200.
Bis Ende des Jahres werden sich die Fertigstellungen voraussichtlich auf
rund 211.000 Wohneinheiten summieren. Damit lägen sie nur leicht über
dem Vorjahreswert und würden einen der niedrigsten Werte im aktuellen Zyklus
markieren. Nach wie vor werden deutlich weniger Wohnungen gebaut
als benötigt. Das tatsächliche Ausmaß der Neubaukrise wird in den Statistiken
jedoch nicht sichtbar: Laut der JLL-Analyse „Perspektiven im Wohnungsneubau
2026“ beläuft sich das Neubaudefizit auf rund 80.000 Wohneinheiten
pro Jahr und liegt damit deutlich höher als bislang angenommen.
Der Analyse zufolge entstehen jährlich rund 50.000 neue Wohnungen in
Regionen mit stagnierender oder rückläufiger Nachfrage. Diese Einheiten
stehen zur Deckung des Bedarfs in den dynamischen Wachstumsregionen
nicht zur Verfügung. Besonders gravierend ist die Situation in den acht
größten deutschen Städten: Hier werden lediglich 42 Wohnungen je 10.000
Bestandswohnungen fertiggestellt, benötigt würden jedoch 62. Im Gegensatz
dazu übersteigt die Bauleistung in ländlichen Räumen mit 41 Wohnungen
je 10.000 Bestandswohnungen den tatsächlichen Bedarf von 23
Wohnungen deutlich.
Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich angesichts dieser Entwicklung
laut ifo Institut weiter eingetrübt. Die Erwartungen der Unternehmen verbesserten
sich hingegen nur marginal. „Der Wohnungsbau verharrt in einer
Phase der Unsicherheit“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen.
Allerdings verbesserte sich die Auftragslage leicht: Der Anteil der Unternehmen,
die über Auftragsmangel berichten, sank von 43,8 auf 42,2 Prozent.

Foto: © Nick_the_Photographer, Pixabay

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