Der Immobilienmarkt hat seit 2022 eine ungeahnte Entwicklung genommen: Die Immobilienpreise haben einen historischen Einbruch erlebt. Wirtschaftsinstitute beobachten die aktuelle Entwicklung daher sehr genau. Erste Lichtblicke lassen hoffen.
Die Preise für Wohnimmobilien fielen im Jahr 2023 so stark wie noch nie seit Beginn der Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse in den 60er Jahren. Das statistische Bundesamt, das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) und das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) dokumentieren die Zahlen und ziehen Schlüsse.
Nach Angaben des statistischen Bundesamtes sind die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland im 4. Quartal 2024 gegenüber dem 4. Quartal 2023 um durchschnittlich 1,9 Prozent gestiegen, gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Lediglich in dünn besiedelten ländlichen Kreisen sind die Preise im Vergleich zum Vorjahresquartal weiter gesunken.
Die Jahresauswertung 2024 des GREIX (IfW Kiel) zeigt: Die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser sind im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Verantwortlich dafür war der anhaltende Preisverfall im ersten Quartal. Danach setzte zwar eine Erholung ein, die aber nicht ausreichte, um eine positive Jahresbilanz zu ziehen. Eigentumswohnungen wurden um 1,5 Prozent günstiger gehandelt als 2023. Einfamilienhäuser notieren um 1,6 Prozent und Mehrfamilienhäuser um 3,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Die absoluten Tiefststände seit dem Einbruch hat der deutsche Immobilienmarkt vorerst hinter sich gelassen“, sagt Jonas Zdrzalek, Immobilienexperte am IfW Kiel.
Der ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI, IW Köln) misst die Stimmung der Immobilienwirtschaft: Im ersten Quartal 2025 liegt die Stimmung in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Die Geschäftslage wird mit einem Wert von 11,1 bewertet, was einem Minus von 6,9 Punkten gegenüber dem Vorquartal entspricht. Die Erwartungen verbessern sich hingegen um 6,9 Punkte auf einen Wert von 21,7. Insgesamt erwarten die Unternehmen eine Verbesserung der Lage in den nächsten zwölf Monaten.
Fazit: Wer derzeit den Verkauf einer Immobilie plant, sollte Immobilienspezialisten im regionalen Umfeld mit einem Verkaufswertgutachten beauftragen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben. Für Immobilienkäufer bedeutet diese Entscheidung vor allem eines: Auf deutlich günstigere Finanzierungsbedingungen sollte kurzfristig nicht gesetzt werden.
Ganz Europa hat ein Wohnraumproblem. Die EU will einen „Affordable Housing Act“ auf den Weg bringen, der jedoch überwiegend Restriktionen vorsieht. In Deutschland soll der „Bau-Turbo“ Abhilfe schaffen. Kommt die Wohnungsbau-Wende im Jahr 2027? Wie geht es weiter?
Die Wohnwünsche der Deutschen sind ganz pragmatisch. Es muss kein Schloss sein; Balkon, Garten und bezahlbare Wohnkosten würden den meisten schon reichen. Aber auch bescheidene Wünsche sind derzeit schwer umzusetzen.
Immer weniger Menschen in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts ist die Wohneigentumsquote auf 43,5 Prozent gesunken – den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Deutschland bildet damit im EU-Vergleich das Schlusslicht.
Das Wohnen im Einfamilienhaus ist nach wie vor ein weit verbreiteter Traum. Doch Wunsch und Wirklichkeit liegen oft weit auseinander. Das gilt auch für Angebot und Nachfrage, die sich regional teilweise deutlich unterscheiden. Das zeigt eine aktuelle Analyse eines der größten Immobilienportale.
Die Mieten in den größten deutschen Städten sind in den vergangenen drei Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. Das zeigt der aktuelle immowelt Mietkompass für das zweite Quartal 2026. Dadurch stellt sich zunehmend die Frage, ob kaufen statt mieten eine Option sein könnte.
Die hohen Energiepreise und die Sorge vor einem möglichen Gasmangel beeinflussen zunehmend die Wahl einer Immobilie. Gut gedämmte Eigentumswohnungen mit niedrigen Heizkosten werden attraktiver, sind aber häufig teurer. Auch die EU-Gebäuderichtlinie und ihre Umsetzung in Deutschland erhöhen die Bedeutung der Energieeffizienz.
Wer eine neue Heizung einbauen möchte, muss seit Ende Juli 2026 die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) berücksichtigen. Welche Heizsysteme künftig zulässig sind und welche Anforderungen beim Heizungstausch gelten, zeigt das neue GModG-Infoportal des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).
Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder und rechtfertigt einen vorsichtigen Optimismus. Doch von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt kann keine Rede sein. Deutschlandweit fehlen nach Schätzungen jährlich mindestens 320.000 neue Wohnungen, um der Wohnungsknappheit wirkungsvoll zu begegnen.