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15. Mai 2026

28 Jahre sparen für ein Eigenheim? Das sollte doch schneller gehen

Anlage / Vermögen

Der Erwerb von Wohneigentum sichert den Vermögensaufbau, ist eine
gute Altersvorsorge und mindert die Wohnkostenbelastung. Doch mancherorts
müssen Erwerber:innen 28 Jahre sparen, um sich Immobilieneigentum
leisten zu können. Warum dauert das so lange?

Die Sparzeit für den gesamten Eigenkapitalbedarf für Wohneigentum variiert
zwischen den Kreisen in Deutschland enorm: von 3,79 Jahren im Kyffhäuserkreis
in Thüringen bis zu 27,55 Jahren im Landkreis Starnberg bei München.
Ein erheblicher Teil entfällt dabei auf die Erwerbsnebenkosten, die
sich je nach Bundesland aufgrund der Grunderwerbsteuer stark unterscheiden.
Das zeigt die neue GREIX-Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft.
Der Bericht „(H)ausquartiert: Regionale Unterschiede beim Zugang zu
Wohneigentum“ (www.kielinstitut.de) zeigt auf, dass der Eigenkapitalbedarf
die zentrale Hürde beim Immobilienerwerb darstellt. Die Berechnungen
basieren auf einer Bruttosparquote von 20 Prozent des verfügbaren Einkommens
und einem Zinssatz von 1,7 Prozent. Im Zeitraum von 2015 bis 2024
betrug die Sparzeit im Median für das notwendige Eigenkapital 9,37 Jahre,
wobei erhebliche regionale Unterschiede festgestellt wurden. Einen wesentlichen
Teil der Einstiegshürde machen die Erwerbsnebenkosten aus, zu
denen die Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten zählen.
Im Median entfallen auf diese Kosten 1,46 Jahre der Sparzeit, was mehr als
15 Prozent des gesamten Eigenkapitalbedarfs entspricht.
Die regionale Karte sieht anders aus, wenn man nur auf die Erwerbsnebenkosten
schaut. Während bei der Gesamthürde hochpreisige Regionen rund
um die bayerische Landeshauptstadt München vorne stehen, rücken bei
den Nebenkosten teure Städte aus Bundesländern mit hohen Grunderwerbsteuern
nach vorne wie Berlin, Düsseldorf oder Frankfurt. Da die Grunderwerbsteuer
von den Bundesländern festgelegt wird, entstehen Belastungsunterschiede,
die nicht allein auf die Marktpreise zurückzuführen sind.
Die Hürde entsteht nicht nur durch Preise, sondern durch politisch gesetzte
Nebenkosten. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die Politik den
Zugang zu Wohneigentum erleichtern könnte, beispielsweise durch gezielte
Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer für selbstnutzende Erstkäufer.

Foto: © Moerschy, Pixabay

Aktuelles

Aktuelle Nachrichten

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  • Wohnen zur Miete wird immer teurer

    Die Mieten in den größten deutschen Städten sind in den vergangenen
    drei Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. Das
    zeigt der aktuelle immowelt Mietkompass für das zweite Quartal 2026.
    Dadurch stellt sich zunehmend die Frage, ob kaufen statt mieten eine
    Option sein könnte.

  • Energieeffizienz wird beim Immobilienkauf wichtiger

    Die hohen Energiepreise und die Sorge vor einem möglichen Gasmangel
    beeinflussen zunehmend die Wahl einer Immobilie. Gut gedämmte
    Eigentumswohnungen mit niedrigen Heizkosten werden attraktiver,
    sind aber häufig teurer. Auch die EU-Gebäuderichtlinie und ihre Umsetzung
    in Deutschland erhöhen die Bedeutung der Energieeffizienz.

  • Neue Heizungsregeln: Infoportal bietet Orientierung

    Wer eine neue Heizung einbauen möchte, muss seit Ende Juli 2026 die
    Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) berücksichtigen.
    Welche Heizsysteme künftig zulässig sind und welche Anforderungen
    beim Heizungstausch gelten, zeigt das neue GModG-Infoportal
    des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

  • Baugenehmigungen steigen – aber Wohnraum bleibt knapp

    Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder und rechtfertigt einen
    vorsichtigen Optimismus. Doch von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt
    kann keine Rede sein. Deutschlandweit fehlen nach Schätzungen
    jährlich mindestens 320.000 neue Wohnungen, um der Wohnungsknappheit
    wirkungsvoll zu begegnen.

  • Wärmepläne: Wie werden wir zukünftig heizen?

    Pünktlich zur Jahresmitte 2026 liegen kommunale Wärmepläne für die
    Hälfte der deutschen Bevölkerung vor. Rund zwei Drittel aller Gemeinden
    haben ihre Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Viele Eigentümer
    können nun besser planen, wie sie ihre Immobilien zukunftsfähig
    sanieren.

  • Klimawandel: Umdenken beim Bauen und Sanieren

    Der Sommer 2026 war teilweise extrem. Der Klimawandel ist nicht
    mehr zu übersehen. Seine Auswirkungen machen ein Umdenken beim
    Bauen und Sanieren notwendig. Gebäude in Deutschland wurden
    jahrzehntelang darauf optimiert, im Winter vor Kälte zu schützen. Seit
    dem Hitzesommer 2026 muss auch der Schutz vor Überhitzung stärker
    mitgedacht werden.

  • Wohnimmobilien: Stabile Preise, niedrige Verkaufszahlen

    Viele Mieter in Deutschland würden viel lieber in einer eigenen Wohnung
    oder einem eigenen Haus leben. Doch die Entwicklung auf dem
    Immobilienmarkt verunsichert manche Interessenten. Dabei sind die
    Chancen für einen Immobilienkauf derzeit besser, als es auf den ersten
    Blick den Anschein hat.

  • Heißer Sommer – Vorbote des Klimawandels

    Die Großbrände im Süden Europas sind auch für den Norden ein
    Warnsignal. Vorbeugende Maßnahmen allein reichen nicht aus. Eigenverantwortung
    und Eigeninitiative werden immer wichtiger. Klimaanlagen
    erhalten nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch
    in wirtschaftlicher, bautechnischer und rechtlicher Hinsicht eine neue
    Bedeutung.

  • Wohneigentum erwünscht, aber schwer zu bekommen

    Wohneigentum hat in Deutschland einen hohen Stellenwert, ist aber
    schwer zu bekommen. Der deutsche Immobilienmarkt hat nach dem
    Einbruch infolge der Zinswende zwar wieder Fahrt aufgenommen.
    Dennoch ist die Eigentumsquote im europäischen Vergleich weiterhin
    extrem niedrig.

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