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8. Juli 2026

Finanzierung entscheidet über Immobilienkauf

Finanzieren | Sparen | Vorsorgen

„Money makes the world go round.“ Dieser Satz aus dem Musical Cabaret
beschreibt zunehmend die reale Welt – und in Deutschland ganz
besonders die Finanzierung von Immobilien, die maßgeblich von den
Finanzmärkten und der Wirtschaftslage abhängt.

Der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni 2026 kam
für Insider nicht überraschend. Der EZB-Rat beschloss, die drei Leitzinssätze
um jeweils 25 Basispunkte anzuheben. Aufgrund des Krieges im Nahen
Osten sind die wirtschaftlichen Aussichten von Unsicherheit geprägt.
Dazu äußerte sich Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW): „Die EZB handelt richtig, wenn sie die Zinsen
erhöht. Der starke Anstieg der Inflation infolge des Iran-Kriegs und der
höheren Energiepreise zwingt sie zum Handeln.“ Auch der Präsident des ifo
Instituts, Clemens Fuest, begrüßt die Zinsentscheidung: „Da die Inflation im
Euroraum über drei Prozent liegt und es wenig Hoffnung auf Entspannung
im Iran-Konflikt gibt, ist eine Zinserhöhung jetzt der richtige Schritt.“„Mit der
heutigen Zinsentscheidung beweist die Europäische Zentralbank Fingerspitzengefühl.
Die Erhöhung ist absolut nachvollziehbar“, sagt Heiner Herkenhoff,
Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. „Wichtig ist aber auch:
Mit dem heutigen Schritt ist kein Automatismus für eine weitere Zinserhöhung
im Juli verbunden.“
Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) mahnt vor dem Hintergrund der
aktuellen Zinsentscheidung bessere Rahmenbedingungen für Investitionen
an. Finanzierungskosten und Baupreise bleiben hoch. Zehnjährige Hypothekenzinsen
liegen weiterhin bei rund vier Prozent und damit deutlich über
dem Niveau der Niedrigzinsjahre. Die Folgen sind am Markt bereits sichtbar:
Genehmigte Projekte werden verschoben, Neubauten neu kalkuliert
oder gestoppt und energetische Sanierungen vertagt. Gleichzeitig bleibt
der Druck auf dem Wohnungsmarkt hoch. Deutschland benötigt bis 2040
jährlich rund 257.400 neue Wohnungen, gebaut werden jedoch deutlich
weniger.
Fazit: Für private Immobilienanleger ändert sich zunächst nicht allzu viel.
Wer das passende Objekt gefunden hat, sollte den Kauf nicht unnötig
hinauszögern. Langfristig bleiben die Fundamentaldaten des Wohnungsmarktes
stabil, während das Angebot weiterhin knapp ist.

Foto: © PublicDomainPictures, Pixabay

Aktuelles

Aktuelle Nachrichten

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  • In Deutschland fehlen dringend Wohnungen

    Ganz Europa hat ein Wohnraumproblem. Die EU will einen „Affordable
    Housing Act“ auf den Weg bringen, der jedoch überwiegend Restriktionen
    vorsieht. In Deutschland soll der „Bau-Turbo“ Abhilfe schaffen.
    Kommt die Wohnungsbau-Wende im Jahr 2027? Wie geht es weiter?

  • Immer weniger Menschen leben im Eigenheim

    Immer weniger Menschen in Deutschland leben in den eigenen vier
    Wänden. Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts ist
    die Wohneigentumsquote auf 43,5 Prozent gesunken – den niedrigsten
    Stand seit 20 Jahren. Deutschland bildet damit im EU-Vergleich das
    Schlusslicht.

  • Wohnen im Einfamilienhaus – Wunsch und Wirklichkeit

    Das Wohnen im Einfamilienhaus ist nach wie vor ein weit verbreiteter
    Traum. Doch Wunsch und Wirklichkeit liegen oft weit auseinander. Das
    gilt auch für Angebot und Nachfrage, die sich regional teilweise deutlich
    unterscheiden. Das zeigt eine aktuelle Analyse eines der größten
    Immobilienportale.

  • Wohnen zur Miete wird immer teurer

    Die Mieten in den größten deutschen Städten sind in den vergangenen
    drei Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. Das
    zeigt der aktuelle immowelt Mietkompass für das zweite Quartal 2026.
    Dadurch stellt sich zunehmend die Frage, ob kaufen statt mieten eine
    Option sein könnte.

  • Energieeffizienz wird beim Immobilienkauf wichtiger

    Die hohen Energiepreise und die Sorge vor einem möglichen Gasmangel
    beeinflussen zunehmend die Wahl einer Immobilie. Gut gedämmte
    Eigentumswohnungen mit niedrigen Heizkosten werden attraktiver,
    sind aber häufig teurer. Auch die EU-Gebäuderichtlinie und ihre Umsetzung
    in Deutschland erhöhen die Bedeutung der Energieeffizienz.

  • Neue Heizungsregeln: Infoportal bietet Orientierung

    Wer eine neue Heizung einbauen möchte, muss seit Ende Juli 2026 die
    Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) berücksichtigen.
    Welche Heizsysteme künftig zulässig sind und welche Anforderungen
    beim Heizungstausch gelten, zeigt das neue GModG-Infoportal
    des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

  • Baugenehmigungen steigen – aber Wohnraum bleibt knapp

    Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder und rechtfertigt einen
    vorsichtigen Optimismus. Doch von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt
    kann keine Rede sein. Deutschlandweit fehlen nach Schätzungen
    jährlich mindestens 320.000 neue Wohnungen, um der Wohnungsknappheit
    wirkungsvoll zu begegnen.

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