Baugenehmigungen steigen – aber Wohnraum bleibt knapp
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Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder und rechtfertigt einen vorsichtigen Optimismus. Doch von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt kann keine Rede sein. Deutschlandweit fehlen nach Schätzungen jährlich mindestens 320.000 neue Wohnungen, um der Wohnungsknappheit wirkungsvoll zu begegnen.
Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland Baugenehmigungen für 126.300 neue Wohnungen erteilt. Das waren 15,1 Prozent oder 16.600 Wohnungen mehr als im ersten Halbjahr 2025. Einen ähnlich niedrigen Wert hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2011 mit 108.600 Wohnungen gegeben. Stärker war die Zahl der Baugenehmigungen in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum zuletzt im Jahr 2016 gestiegen – plus 30,4 Prozent oder auf 182.800 Wohnungen im 1. Halbjahr 2016. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 103.100 Wohnungen genehmigt, das waren 15,8 Prozent oder 14.100 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,7 Prozent, bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 27,3 Prozent zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, war ein Anstieg um 16,9 Prozent zu verzeichnen. Wie niedrig diese Werte gegenüber dem Bedarf sind, zeigen diese Zahlen: Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) schätzt den reinen jährlichen Neubaubedarf bis 2030 auf rund 320.000 Wohnungen. Andere Branchenanalysen gehen sogar von einem Bedarf von über 400.000 Einheiten pro Jahr aus, um das aufgelaufene Defizit auszugleichen. „Ein dauerhafter Aufschwung ist damit aber noch nicht gesichert: Genehmigungen sind ein Frühindikator, keine Baubeginnanzeige“, kommentiert ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan die neuen Zahlen. Für eine echte Entspannung am Wohnungsmarkt in Form von Fertigstellungen müsse jetzt unter anderem beim Gebäudetyp E schnell Klarheit geschaffen werden. Eine nachhaltige Entspannung ist ohne einen deutlichen Anstieg des Wohnungsneubaus nicht erreichbar. Dafür sind ein verlässlicher Finanzierungsrahmen, investitionsfreundliche Bedingungen sowie der konsequente Abbau regulatorischer Kostentreiber notwendig.
Bauen in Zeiten von KI wie im vorigen Jahrhundert? Das mag schön anzusehen und für den Denkmalschutz sinnvoll sein. Doch so lässt sich die große Lücke bei den fehlenden Wohnungen kaum schließen. Gefragt sind neue Methoden und Baustoffe, innovative Verfahren und passende gesetzliche Rahmenbedingungen.
Immer mehr Beschäftigte nehmen längere Wege zur Arbeit in Kauf. 2025 arbeiteten bundesweit rund 20 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nicht an ihrem Wohnort. Das waren rund 50.000 mehr als im Jahr zuvor. Etwa 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort.
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Immer weniger Menschen in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts ist die Wohneigentumsquote auf 43,5 Prozent gesunken – den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Deutschland bildet damit im EU-Vergleich das Schlusslicht.
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