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14. September 2026

Baugenehmigungen steigen – aber Wohnraum bleibt knapp

Bauen | Umbauen | Sanieren

Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder und rechtfertigt einen
vorsichtigen Optimismus. Doch von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt
kann keine Rede sein. Deutschlandweit fehlen nach Schätzungen
jährlich mindestens 320.000 neue Wohnungen, um der Wohnungsknappheit
wirkungsvoll zu begegnen.

Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland Baugenehmigungen
für 126.300 neue Wohnungen erteilt. Das waren 15,1 Prozent oder
16.600 Wohnungen mehr als im ersten Halbjahr 2025. Einen ähnlich niedrigen
Wert hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2011 mit 108.600 Wohnungen
gegeben. Stärker war die Zahl der Baugenehmigungen in der ersten Jahreshälfte
gegenüber dem Vorjahreszeitraum zuletzt im Jahr 2016 gestiegen
– plus 30,4 Prozent oder auf 182.800 Wohnungen im 1. Halbjahr 2016.
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt
103.100 Wohnungen genehmigt, das waren 15,8 Prozent oder 14.100
Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der
Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,7 Prozent, bei den Zweifamilienhäusern
nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 27,3 Prozent
zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, war ein
Anstieg um 16,9 Prozent zu verzeichnen.
Wie niedrig diese Werte gegenüber dem Bedarf sind, zeigen diese Zahlen:
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) schätzt
den reinen jährlichen Neubaubedarf bis 2030 auf rund 320.000 Wohnungen.
Andere Branchenanalysen gehen sogar von einem Bedarf von über 400.000
Einheiten pro Jahr aus, um das aufgelaufene Defizit auszugleichen.
„Ein dauerhafter Aufschwung ist damit aber noch nicht gesichert: Genehmigungen
sind ein Frühindikator, keine Baubeginnanzeige“, kommentiert
ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan die neuen Zahlen. Für eine echte
Entspannung am Wohnungsmarkt in Form von Fertigstellungen müsse jetzt
unter anderem beim Gebäudetyp E schnell Klarheit geschaffen werden.
Eine nachhaltige Entspannung ist ohne einen deutlichen Anstieg des Wohnungsneubaus
nicht erreichbar. Dafür sind ein verlässlicher Finanzierungsrahmen,
investitionsfreundliche Bedingungen sowie der konsequente Abbau
regulatorischer Kostentreiber notwendig.

Grafik: © Destatis, Wiesbaden, 2026

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