Die Wohnwünsche der Deutschen sind ganz pragmatisch. Es muss kein Schloss sein; Balkon, Garten und bezahlbare Wohnkosten würden den meisten schon reichen. Aber auch bescheidene Wünsche sind derzeit schwer umzusetzen.
63 Prozent der Deutschen sind mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden oder sehr zufrieden. Ganz oben auf der Wunschliste stehen mit 36 Prozent Balkon oder Terrasse, zeigt eine aktuelle Wohnstudie von Appinio im Auftrag von ImmoScout24. Es folgen Garten und Parkplatz oder Garage mit jeweils 32 Prozent. 22 Prozent wünschen sich eine Badewanne. Eine gute Aussicht und ein Keller oder Abstellraum sind für jeweils rund 21 Prozent wichtig. Dachterrasse, Smart Home und E-Ladestation wünschen sich jeweils zehn Prozent. Am wenigsten gefragt sind Sauna und begehbarer Kleiderschrank mit sieben bzw. acht Prozent. Beim Thema Energie und Wohnkosten zeigt sich der größte Abstand zwischen Wunsch und aktueller Wohnsituation. 28 Prozent nennen Energieeffizienz beziehungsweise günstige Nebenkosten. Die Realität zwingt die Deutschen derzeit zu Kompromissen. In unsanierten Bestandswohnungen stiegen die Nebenkosten innerhalb eines Jahres um 3,8 Prozent auf 3,28 Euro pro Quadratmeter. Damit erhöhten sie sich stärker als die Kaltmieten, die im gleichen Zeitraum um 2,7 Prozent nach oben kletterten. Einige Bevölkerungsgruppen sind gleich mehrfach durch steigende Inflation, Energie- und Wohnkosten belastet. „Rund 5,1 Millionen Baby-Boomer werden weniger als 800 Euro pro Monat aus der gesetzlichen Rente bekommen. Das sind quer durch die Republik rund 40 Prozent der geburtenstarken Jahrgänge, die ab diesem Jahr bis 2036 in Rente gehen“, sagt der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Robert Feiger mit dem Verweis auf eine aktuelle Berechnung des Pestel-Instituts. Ebenfalls stark belastet sind Familien mit Kindern und Alleinerziehende. Bei der Frage nach dem Traumhaus zählt also schon längst nicht mehr der Luxus, sondern das, was den Alltag wirklich besser macht. Wer jetzt eine neue Wohnung sucht, braucht ganz viel Eigeninitiative, Kompromissbereitschaft, gute Kenntnisse des Wohnungsmarktes und auch eine gute Portion Glück.
Immer weniger Menschen in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts ist die Wohneigentumsquote auf 43,5 Prozent gesunken – den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Deutschland bildet damit im EU-Vergleich das Schlusslicht.
Das Wohnen im Einfamilienhaus ist nach wie vor ein weit verbreiteter Traum. Doch Wunsch und Wirklichkeit liegen oft weit auseinander. Das gilt auch für Angebot und Nachfrage, die sich regional teilweise deutlich unterscheiden. Das zeigt eine aktuelle Analyse eines der größten Immobilienportale.
Die Mieten in den größten deutschen Städten sind in den vergangenen drei Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. Das zeigt der aktuelle immowelt Mietkompass für das zweite Quartal 2026. Dadurch stellt sich zunehmend die Frage, ob kaufen statt mieten eine Option sein könnte.
Die hohen Energiepreise und die Sorge vor einem möglichen Gasmangel beeinflussen zunehmend die Wahl einer Immobilie. Gut gedämmte Eigentumswohnungen mit niedrigen Heizkosten werden attraktiver, sind aber häufig teurer. Auch die EU-Gebäuderichtlinie und ihre Umsetzung in Deutschland erhöhen die Bedeutung der Energieeffizienz.
Wer eine neue Heizung einbauen möchte, muss seit Ende Juli 2026 die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) berücksichtigen. Welche Heizsysteme künftig zulässig sind und welche Anforderungen beim Heizungstausch gelten, zeigt das neue GModG-Infoportal des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).
Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder und rechtfertigt einen vorsichtigen Optimismus. Doch von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt kann keine Rede sein. Deutschlandweit fehlen nach Schätzungen jährlich mindestens 320.000 neue Wohnungen, um der Wohnungsknappheit wirkungsvoll zu begegnen.
Pünktlich zur Jahresmitte 2026 liegen kommunale Wärmepläne für die Hälfte der deutschen Bevölkerung vor. Rund zwei Drittel aller Gemeinden haben ihre Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Viele Eigentümer können nun besser planen, wie sie ihre Immobilien zukunftsfähig sanieren.
Der Sommer 2026 war teilweise extrem. Der Klimawandel ist nicht mehr zu übersehen. Seine Auswirkungen machen ein Umdenken beim Bauen und Sanieren notwendig. Gebäude in Deutschland wurden jahrzehntelang darauf optimiert, im Winter vor Kälte zu schützen. Seit dem Hitzesommer 2026 muss auch der Schutz vor Überhitzung stärker mitgedacht werden.
Viele Mieter in Deutschland würden viel lieber in einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus leben. Doch die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt verunsichert manche Interessenten. Dabei sind die Chancen für einen Immobilienkauf derzeit besser, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.