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7. Oktober 2026

Das Traumhaus der Deutschen ist kein Schloss

Architektur | Stadtentwicklung | Wohnen

Die Wohnwünsche der Deutschen sind ganz pragmatisch. Es muss
kein Schloss sein; Balkon, Garten und bezahlbare Wohnkosten würden
den meisten schon reichen. Aber auch bescheidene Wünsche sind
derzeit schwer umzusetzen.

63 Prozent der Deutschen sind mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden
oder sehr zufrieden. Ganz oben auf der Wunschliste stehen mit 36 Prozent
Balkon oder Terrasse, zeigt eine aktuelle Wohnstudie von Appinio im Auftrag
von ImmoScout24. Es folgen Garten und Parkplatz oder Garage mit jeweils
32 Prozent. 22 Prozent wünschen sich eine Badewanne. Eine gute Aussicht
und ein Keller oder Abstellraum sind für jeweils rund 21 Prozent wichtig.
Dachterrasse, Smart Home und E-Ladestation wünschen sich jeweils zehn
Prozent. Am wenigsten gefragt sind Sauna und begehbarer Kleiderschrank
mit sieben bzw. acht Prozent.
Beim Thema Energie und Wohnkosten zeigt sich der größte Abstand
zwischen Wunsch und aktueller Wohnsituation. 28 Prozent nennen Energieeffizienz
beziehungsweise günstige Nebenkosten. Die Realität zwingt die
Deutschen derzeit zu Kompromissen. In unsanierten Bestandswohnungen
stiegen die Nebenkosten innerhalb eines Jahres um 3,8 Prozent auf 3,28
Euro pro Quadratmeter. Damit erhöhten sie sich stärker als die Kaltmieten,
die im gleichen Zeitraum um 2,7 Prozent nach oben kletterten.
Einige Bevölkerungsgruppen sind gleich mehrfach durch steigende Inflation,
Energie- und Wohnkosten belastet. „Rund 5,1 Millionen Baby-Boomer
werden weniger als 800 Euro pro Monat aus der gesetzlichen Rente bekommen.
Das sind quer durch die Republik rund 40 Prozent der geburtenstarken
Jahrgänge, die ab diesem Jahr bis 2036 in Rente gehen“, sagt der
Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Robert
Feiger mit dem Verweis auf eine aktuelle Berechnung des Pestel-Instituts.
Ebenfalls stark belastet sind Familien mit Kindern und Alleinerziehende.
Bei der Frage nach dem Traumhaus zählt also schon längst nicht mehr der
Luxus, sondern das, was den Alltag wirklich besser macht. Wer jetzt eine
neue Wohnung sucht, braucht ganz viel Eigeninitiative, Kompromissbereitschaft,
gute Kenntnisse des Wohnungsmarktes und auch eine gute Portion
Glück.

Foto: © Falco, Pixabay, 2026 (Symbolbild, Authentic Image)

Aktuelles

Aktuelle Nachrichten

alle Nachrichten
  • Immer weniger Menschen leben im Eigenheim

    Immer weniger Menschen in Deutschland leben in den eigenen vier
    Wänden. Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts ist
    die Wohneigentumsquote auf 43,5 Prozent gesunken – den niedrigsten
    Stand seit 20 Jahren. Deutschland bildet damit im EU-Vergleich das
    Schlusslicht.

  • Wohnen im Einfamilienhaus – Wunsch und Wirklichkeit

    Das Wohnen im Einfamilienhaus ist nach wie vor ein weit verbreiteter
    Traum. Doch Wunsch und Wirklichkeit liegen oft weit auseinander. Das
    gilt auch für Angebot und Nachfrage, die sich regional teilweise deutlich
    unterscheiden. Das zeigt eine aktuelle Analyse eines der größten
    Immobilienportale.

  • Wohnen zur Miete wird immer teurer

    Die Mieten in den größten deutschen Städten sind in den vergangenen
    drei Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. Das
    zeigt der aktuelle immowelt Mietkompass für das zweite Quartal 2026.
    Dadurch stellt sich zunehmend die Frage, ob kaufen statt mieten eine
    Option sein könnte.

  • Energieeffizienz wird beim Immobilienkauf wichtiger

    Die hohen Energiepreise und die Sorge vor einem möglichen Gasmangel
    beeinflussen zunehmend die Wahl einer Immobilie. Gut gedämmte
    Eigentumswohnungen mit niedrigen Heizkosten werden attraktiver,
    sind aber häufig teurer. Auch die EU-Gebäuderichtlinie und ihre Umsetzung
    in Deutschland erhöhen die Bedeutung der Energieeffizienz.

  • Neue Heizungsregeln: Infoportal bietet Orientierung

    Wer eine neue Heizung einbauen möchte, muss seit Ende Juli 2026 die
    Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) berücksichtigen.
    Welche Heizsysteme künftig zulässig sind und welche Anforderungen
    beim Heizungstausch gelten, zeigt das neue GModG-Infoportal
    des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

  • Baugenehmigungen steigen – aber Wohnraum bleibt knapp

    Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder und rechtfertigt einen
    vorsichtigen Optimismus. Doch von Entspannung auf dem Wohnungsmarkt
    kann keine Rede sein. Deutschlandweit fehlen nach Schätzungen
    jährlich mindestens 320.000 neue Wohnungen, um der Wohnungsknappheit
    wirkungsvoll zu begegnen.

  • Wärmepläne: Wie werden wir zukünftig heizen?

    Pünktlich zur Jahresmitte 2026 liegen kommunale Wärmepläne für die
    Hälfte der deutschen Bevölkerung vor. Rund zwei Drittel aller Gemeinden
    haben ihre Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Viele Eigentümer
    können nun besser planen, wie sie ihre Immobilien zukunftsfähig
    sanieren.

  • Klimawandel: Umdenken beim Bauen und Sanieren

    Der Sommer 2026 war teilweise extrem. Der Klimawandel ist nicht
    mehr zu übersehen. Seine Auswirkungen machen ein Umdenken beim
    Bauen und Sanieren notwendig. Gebäude in Deutschland wurden
    jahrzehntelang darauf optimiert, im Winter vor Kälte zu schützen. Seit
    dem Hitzesommer 2026 muss auch der Schutz vor Überhitzung stärker
    mitgedacht werden.

  • Wohnimmobilien: Stabile Preise, niedrige Verkaufszahlen

    Viele Mieter in Deutschland würden viel lieber in einer eigenen Wohnung
    oder einem eigenen Haus leben. Doch die Entwicklung auf dem
    Immobilienmarkt verunsichert manche Interessenten. Dabei sind die
    Chancen für einen Immobilienkauf derzeit besser, als es auf den ersten
    Blick den Anschein hat.

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