Photovoltaik gewinnt als Notstromlösung an Bedeutung
Umwelt / Energie / Technik
Das Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Sicherheit wächst in Zeiten hybrider Bedrohungen. Notstromlösungen in Form von Balkonkraftwerken und PV-Anlagen auf dem Dach gewinnen an Bedeutung und können bei Stromausfall die Versorgung für eine gewisse Zeit sichern.
Sich gegen Blackouts zu wappnen, kann sinnvoll sein. Neben Notstromaggregaten, die in der Regel mit Benzin oder Gas betrieben werden, kommen dafür auch Solaranlagen infrage. Das ist allerdings kein Selbstläufer. „Photovoltaik- Anlagen müssen bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen, damit sie Notstrom liefern können und ein sicherer Betrieb gewährleistet ist“, sagt Dr. Hermann Dinkler, Experte für Brand- und Explosionsschutz beim TÜV-Verband. Die üblichen PV-Anlagen sind für den sogenannten „Inselbetrieb“ im Notfall technisch nicht ausgerüstet. Bei einem Stromausfall ist für die Eigenversorgung mit Solarenergie ein spezieller Hybrid-Wechselrichter erforderlich, der das Hausnetz vom öffentlichen Stromnetz trennt und das Energiemanagement im Haus übernimmt. Für eine zumindest zeitweise autarke Stromversorgung ist zudem ein Stromspeicher notwendig. Wie lange die Stromversorgung im Fall der Fälle möglich ist, hängt von der Größe des Stromspeichers und der Leistungsfähigkeit des Wechselrichters ab. Weitere Faktoren sind der Strombedarf und nicht zuletzt die Jahreszeit, da im Winter von der PV-Anlage weniger Energie erzeugt werden kann. Balkonkraftwerke bzw. Steckersolargeräte sind für viele Haushalte ein einfacher Einstieg in die Solarenergie. Wer ein Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall nutzen möchte, braucht einen Stromspeicher, an den die Solarmodule angeschlossen werden. Dafür eignet sich eine sogenannte Powerstation, die Batterie, Wechselrichter und Stromanschlüsse integrieren. Die Stromversorgung erfolgt dann nicht über die Haussteckdosen, sondern über separate Anschlüsse an der Powerstation. Die Powerstationen sind darauf ausgelegt, einzelne Geräte wie Lampen, WLAN-Router, Laptops, Smartphones oder – bei ausreichender Leistung – einen Kühlschrank betreiben zu können. Kleinere, mobile Stromspeicher mit etwa 300 Wattstunden Speicherkapazität und 300 Watt Leistung überbrücken bei einem Stromausfall einige Stunden und kosten ab etwa 300 Euro.
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